Marcha de Zapatistas y Casa Feliz – San Cristobal (Mexico)

Bienvenido en Mexico! Vielversprechend heisst uns ein Banner an der mexikanischen Grenze willkommen. 2 h von der Guatemaltekischen Grenze entfernt, liegt San Cristobal, ein weiteres, hoch in den Bergen gelegenes kolonial Städtchen. Mit offenen Armen werden wir hier vom Casa Feliz empfangen. Das glückliche Haus ist eine offenen Kommune die politisch aktiv ist und auf Nachhaltigkeit setzt. So werden hier zum Beispiel zahlreiche Fahradmaschienen erfunden und produziert: eine Mühle für Korn und Café, ein Mixer und sogar eine von Beineskraft betriebene Waschmaschine. Auf der Speisekarte stehen Restwaren, die auf dem Markt nicht mehr verkauft werden können. Uns so wird aus ästeethisch nicht mehr ganz korrekt aussehenden Erdbeeren, Mangos und Bananen Konfitüren und diverse delikate Speisen zubereitet.

Am zweiten Tag geht’s dann zusammen an den Zapatisten Umzug. Es ist eine traurige Tatsache, dass wir als weisse Unterstützer, den Demonstranten Sicherheit und Internationale Bedeutung geben. So kann die Regierung nicht einfach ein paar unbedeutende Indigenas lynchen.., wenn da Touristen dabei sind, muss man das Bild eines Respektvollen Staates wahren. Die EZLN, welche die Hauptorganisatoren der Zapatisten Demonstration waren, ist eine linke Guerillabewegung, die politische Ziele formuliert hat, die sich von den staatssozialistischen Vorstellungen gesellschaftlicher Veränderung durch ihre Bezugnahme auf Basisdemokratie unterscheiden. Im Gegensatz zu anderen Guerillabewegungen geht es den Zapatisten nicht darum, die Macht im Staat zu übernehmen. Stattdessen betonen sie ihren basisdemokratischen Anspruch und zielen auf den allmählichen Aufbau autonomer Strukturen auf kommunaler, munizipaler und regionaler Ebene. Nach 12 Tagen bewaffneter Kämpfe im Januar 1994 wurde auf Druck der Zivilgesellschaft in den mexikanischen Großstädten ein Waffenstillstand erreicht. Unter Vermittlung eines katholischen Bischofs kam es zu Verhandlungen, die zwei Jahre später zur Unterzeichnung der Verträge von San Andrés führten, die die Aufnahme von Autonomierechten für die indigene Bevölkerung in die mexikanische Verfassung vorsehen. Allerdings wurden diese Verträge trotz einer massiven Kampagne seitens der zapatistischen Rebellen und Teilen der internationalen Zivilgesellschaft nie in die Verfassung aufgenommen. Daher setzt die EZLN im Osten von Chiapas eine De-facto-Autonomie um. Das PR-Geschick des mestizischen Sprechers der Rebellen Subcomandante Marcos, mit dem der Aufbau autonomer Strukturen, indigene Basisdemokratie, Geschlechtergleichheit und Ökologie einer internationalen Öffentlichkeit nahegebracht werden, führte zur Identifikation weiter Teile der globalisierungskritischen Bewegung. Wie diese fordert die EZLN Selbstbestimmung der Menschen und ruft zum weltweiten Kampf gegen die kapitalistische Globalisierung auf. Bis heute enteignet die Regierung mit Militaerischen einsaetzen ganze Landsrtiche inklusiver die darauf erbauten Dörfer der Indigenas. Um dies zu stoppen erheben sich hier ca. 10 000 Leute – von jung bis alt. Kein Blut mehr! Estamos hasta la madre! Stoppt den Krieg! Das sind die Worte die auf den Plakaten des stummen Umzugs eine Veränderung suchen….
Und am selben Abend finden wir uns plötzlich in einem Künstler Haus mit dem Namen: “ Wo ist die UNO?” Hier lebt das klein Theater und wir tauchen in eine ganz andere Welt ein. Eine Afro Live Band folgt und elektronische Klänge versüssen den Abend… Und schon ist Morgen und schon geht’s weiter, die Zeit fliegt!


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