Wo Busse Heifischflossen haben – San Salvador / El Tunco (El Salvador)







Das berüchtigte El Salvador, sehr gefährlich soll es sein, die meisten Reisenden überspringen es. Und genau dies ist für mich ein Grund hinzugehen. Nicht etwa das gefährlich Image reizt mich, nein, El Salvador wurde weitgehend vom grossen Massentourismus verschont und ist eine verbliebene Perle mit all der Urspruenglichkeit in Zentralamerika. Das Land ist sehr trocken und um diese Jahreszeit weitgehend sonnig. Kein einziger Regen hab ich hier erlebt. Die Landschaft mutet sizilianisch an, nur die maechtigen Guanacaste Baeume geben der Gegend einen Afrikanischen Touch.
Die Hostels der Hauptstadt San Salvador liegen erstaunlicherweise in deren besten Gegen. Doch schon bald bin ich sowieso nicht mehr auf die eher heruntergekommenen ehemaligen firstclass Hostels angewiesen, denn ein einheimisches Pärchen gewährt mir Unterkunft und Kost. Getroffen habe ich sie über einen Reisefreund. Sofort boten Sie mir an in ihrem Gastzimmer zu hausen. Dies ist ein wunderschönes Beispiel der Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Guanacos. Dann heisst es ausgehen, in einer kleinen farbenfroh gestalteten Gaststube wird Karaoke gesungen. Hemmungen kennt man hier nicht, jeder singt egal wie schief es klingt – hauptsache mit Herz. Obwohl mir diese Einstellung zum Leben überaus sympathisch ist, bin ich doch froh die perfekte Ausrede und nicht singen zu muessen. Denn ganz ehrlich kenne ich keines dieser traditionellen, Spanisch gesungenen Lieder und bin fein raus. Ein grosseses Abenteuer ist es auch den Markt zu besuchen. Durch den Markt zu schlendern ist wie auf dem Roten Teppich zu gehen! Unsere weisse Haut signalisiert den Locals Reichtunm und so schreit es aus allen ecken angeboten und es wird um uns gerungen und gekaempft. Ein anderes Abenteuer sind die einheimischen Busse. Jeder ist individuell. Ueberall hat es Jesus mit tribals verziert, spoiler und Haifischflossen. Alle haben halt ihr individuellen Style, man liest den Charakter des Chaufers im Design seines Vehikels sowie im styl der laut gespielten Musik. Auch dies scheint mir eine grossartige Verwirklichung des menschlichen Individualismus zu sein. Die Schweiz koennte sich da getrost ein Stueck abschneiden.
Für Silvester geht es dann an den Strand. El Tunco ist wohl das populärste Touristen Ziel El Salvadors. Aber nicht nuer fuer die Surfszene ist dieses Doerfchen ein grosser Namen, nein auch die Lokals schetzen das Partyleben der Pazifikkueste. Nach einem Komunenabendessen in der Hostelkueche, gehts weiter ins Rocas wo zu den Klaengen einer Argentinischen Ska-Punk-Band bis in den Morgen gefeiert wird. Féliz año nuevo!!! Der Sonnenaufgang über dem Pazifik war dann der wunderschöne Abschluss einer unvergesslichen Nacht 🙂
Zurück geht’s nach San Salvador, denn ein medizinisches Problem will endlich gelöst sein. Und nun kommen wir zu den Schattenseiten des Reisens in Schwellenlaendern: Alles begann mitte November. Diagnose Blasenentzuendung. 5 Antibiotikas und eineinhalb Monate später, heisst’s nun es sei eine Beckenentzündung. Ok, weiter gehts mit den Behandlungen. Gestern gehts dann zum Spezialisten, der meint, das mag schon sein dass ich ne Beckenenzuendung gehabt hätte, die sei nun jedoch geheilt. Der dumpfe Schmerz den ich immer noch im Beckenbereich verspüre sei gemaess ihm eine Kolik im Darm. Nächste Portion Antibiotika. Morgen gehts nun zur Nachkontrolle, das mag ja heiter werden. Mich wundert’s was sie wohl noch alles für Krankheiten diagnostizieren werden und bei was ich schliesslich abgehakt werden kann. Ja ich fühle mich besser. Also liebe Leute, drückt mir die Daumen und lasst uns hoffen das alles gut kommt!


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